Homburg, Sidney und zurück oder wie streichelt man Wallabys
(Ein Erlebnisbericht von Rebekka Omlor, Kirrberg)
Schon beim Weltjugendtag 2005 in Köln, an welchem ich beim Abschlussgottesdienst auf dem Marienfeld als Messdiener teilnehmen durfte, war für mich klar, ich will 2008 nach Sydney. Jetzt acht Starts und Landungen, div. Flugkilometer und endlose Stunden im Bus später kann ich nur sagen, es hat sich gelohnt.
Nach einigen Vorbereitungstreffen in Kaiserslautern und Ludwigshafen traf sich unsere Gruppe bestehend aus 88 Teilnehmern der Diözese Speyer am 05. Juli zum Abflug in Frankfurt. Es ging per Flugzeug über Singapur nach Sydney und von dort aus mit dem Bus nach Perthville in der Diözese Bathurst. Dort verbrachten wir zwei Tage in einer Mädchenschule welche von den „Sisters of St. Joseph“ geleitet wird.
Nach diesen zwei Tagen, in welchen wir schon jede Menge Gastfreundschaft erlebt hatten, teilte sich unsere Gruppe und es ging noch weiter in den Norden. Meine Gruppe bestehend aus 66 Teilnehmern war zu Gast in der Gemeinde Coonabarabran, in New South Wales. Wir waren in Gastfamilien untergebracht und durften so das Leben in Australien kennen lernen.
Meine Gastfamilie bewirtschaftet 22 km außerhalb von Coona eine Rinderfarm und ich durfte dort Erfahrungen im Reiten und Viehtreiben erlangen. Wir verbrachten einen Tag im dortigen Nationalpark wo wir Koalas, Kängurus und Emus sahen.
Auch unser soziales Engagement war gefragt, und so verschönerten wir die örtliche Grundschule und besuchten das örtliche Altersheim um die dortigen Bewohner mit deutschen und englischen Liedern zu erfreuen. Auch haben wir an einem Abend in der Dorfhalle den Australien Bush Dance kennengelernt.
Nach fünf Tagen hieß es Abschiednehmen und es ging zu einem Jugendfestival nach Bathurst, welches den Abschluss der Tage in der Diözese bildete. Dort trafen wir auf ca. 2.500 Jugendliche und junge Erwachsene aus allen Teilen der Welt.
Nach einer viel zu kurzen Nacht und einem Abschlussgottesdienst mit dem Bischof Patrick fuhren wir durch die Blue Mountains zurück nach Sydney. Untergebracht in einer Schule für Jungen ca. 20 km vom Stadtzentrum von Sydney aus, besuchten wir die einzelnen Veranstaltungen des Weltjugendtages wie Eröffnungsgottesdienst, die angebotenen Katechesen in deutscher Sprache, den Kreuzweg aber auch Sehenswürdigkeiten der Stadt Sydney, wie die Oper, die Sydney Harbour Bridges und auch den Bondi Beach. Bei all diesen Unternehmungen waren unsere Winterjacken unser ständiger Begleiter, denn der australische Winter kann durchaus kühl bis frostig sein.
Höhepunkt des WJT waren die Vigilfeier und die Übernachtung „unter den Sternen“ auf dem Randwick Racecourse, wobei nur vereinzelt Sterne durch die Wolkendecke schimmerten, was jedoch auch dafür sorgte, dass es nicht allzu kalt wurde.
Ein weiteres Erlebnis war der Abschlussgottesdienst mit dem Papst. Die Mehrheit unserer Gruppe hätte sich gewünscht, man hätte die Gottesdienste lebendiger gestaltet. Uns fehlte die Möglichkeit, den Gottesdienst zum Beispiel durch Gesang aktiv mitzugestalten.
Einen Tag später hieß es auf Wiedersehen Sydney und „G`day“ zum roten Herzen Australiens. Schon aus der Luft konnten wir den Ayers Rock bzw. Uluru, wie ihn die Australischen Ureinwohner (Aborigines wird als Schimpfwort angesehen, und sollte somit nicht genutzt werden) nennen, von weitem sehen.
Wir besichtigten in den folgenden Tagen, die Olgas bzw. „Kata Tjua“ eine Gruppe von Inselbergen, den Uluru, den Kings Canyon im Watarrka-Nationalpark, die alte Telegraphenstation; den RFDS (Royal Flying Doctor Service) und die School of the Air in Alice Springs und lernten dort, direkt hinter unserer Unterkunft eine Gruppe von kleinen lustigen und zutraulichen Tierchen kennen. Es handelte sich um Wallabys, wie verschiedene kleine Gattungen der Kängurus bezeichnet werden.
Von Alice aus flogen wir nach Darwin und konnten endlich unsere Winterjacken in den Rucksäcken verstauen. Von Darwin aus ging es in den Kakadu-Nationalpark (in die Heimat von Crocodile Dundee) dort besichtigten wir Felsenzeichnungen der Ureinwohner und bei einer Bootsfahrt auf dem Yello Water sahen wir Krokodile, Seeadler, Pelikane und tausende von Pfeifenten.
Da sich unsere Gruppe für den Heimweg aufteilen musste, feierten wir gemeinsam in Darwin in der St. Mary Cathedrale einen Gottesdienst und traten am nächsten Tag von Darwin aus unsere Heimreise an. Wir flogen mit Zwischenlandung in Ayers Rock nach Perth und von dort aus nach Singapur. Dort trennte sich unsere Gruppe, ich flog mit der einen Hälfte der Gruppe nach Frankfurt und die andere Hälfte flog nach London und von dort aus ging es mit dem Bus nach Hause.
Es waren erlebnisreiche Tage und es ist immer wieder eine tolle Erfahrung, dass beim Weltjugendtag der gemeinsame Glaube im Vordergrund steht.
Nach Köln und Sydney bin ich jetzt am überlegen, ob ich Englisch oder Spanisch lernen soll, damit ich für den Weltjugendtag 2011 in Madrid gerüstet bin.
Rebekka Omlor











